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„Was treibt euch an, in unsere Mauern zu dringen?“ - „Freundschaft und Liebe!“ 
Dieser Dialog ist -dem Anlass entsprechend- natürlich der "Zauberflöte“ entlehnt und gleichzeitig beschreibt er sehr gut die Gründe, warum ich mich am Dienstag, den 24.11. um 19:00 Uhr, in die Aula begab, anstatt brav an meinen französischen Vokabeln zu sitzen, wie ich es eigentlich hätte tun müssen.
Aber der Mensch ist ja bekanntlich frei in dem, was er tut, muss also per se schon mal gar nichts und deswegen tat ich das, was ich tun wollte und auch das, was allein schon die Höflichkeit von mir verlangte. Konkreter gesagt: Ich ging zur Aufführung der Unter -und Mittelstufentheater AG, weil ich mit großer Sicherheit wusste, dass es ein schöner und unterhalstamer Abend werden würde, weil eine Person auf der Bühne stand, die mir sehr ans Herz gewachsen ist, und weil ich finde, dass jeder Schauspieler ein Recht auf ein möglichst großes Publikum hat! 
Nachdem letztes Mal „Momo“ auf dem Spielplan gestanden und alle Zuschauer restlos begeistert hatte, war die Wahl diesmal auf „Die Zauberflöte“ von Emanuel Schikaneder gefallen. Da bei diesem Stück die einst von Wolfgang Amadeus Mozart komponierte Musik natürlich nicht fehlen darf, trat neben der Theater AG als zweiter Hauptakteur des Abends das Orchester unter der Leitung von Herrn Stellmacher auf. Diese Kombination sorgte dafür, dass sowohl Auge als auch Ohr auf ihre Kosten kamen und ich abwechslungsreiche, interessante und oft sehr lustige anderthalb Stunden erlebte. Aber ich greife vor, bevor ich ein Fazit ziehe und mich über schauspielerische und musikalische Leistungen auslasse, sollte ich vielleicht vorher noch einmal eine kurze Inhaltswiedergabe der „Zauberflöte“ , wie die Theater AG sie adaptiert hat, geben: Der Junge Tamino wird von der Königin der Nacht beauftragt, deren Tochter Pamina aus der Gefangenschaft Sarastros, dem Herrscher des Tages, zu befreien. Tamino stimmt zu, da er sich auf Anhieb unsterblich in ein Bild von Pamina verliebt hat. Papageno, ein Vogelfänger, wird ausgewählt ihn zu begleiten, als Hilfsmittel erhalten die beiden eine Zauberflöte und ein magisches Glockenspiel. Bei Sarastros Tempel angekommen, finden sie die Gesuchte recht schnell, doch die versuchte Flucht missglückt, Tamino und Papageno werden gefangen genommen und zum Fürsten gebracht. Dort erhält die Geschichte eine völlig neue Wendung: Es verhält sich nämlich so, dass die Königin der Nacht Tamino bloß deshalb zum Tempel geschickt hat, um an den „Sonnekreis“ zu gelangen, durch dessen Hilfe sie auch den Tag beherrschen könnte. Mit dieser Erkenntnis ist Taminos Reise jedoch trotzdem nicht beendet. Möchte er eine Zukunft mit Pamina und will Papageno seine Papagena finden, so müssen die beiden erste durch den „Prüfungswald“. Dort müssen sie mehrere Abenteuer bestehen, in deren Verlauf sie voneinander getrennt werden und nun auf sich alleine gestellt sind. Am Ende aber finden sie – dank des Glockenspiels und der Zauberflöte - dennoch das, was sie suchen, nämlich die Liebe. Das Stück endet damit, dass Sarastro seinen Sonnenkreis an Tamino weitergibt. Nun beherrschen er und Pamina gemeinsam sowohl den Tag als auch die Nacht. Wenn man die Handlung so komprimiert vor sich hat, kann man schnell den Eindruck gewinnen, dass es ein Leichtes sein muss, dieses Stück in wenigen Monaten auf die Bühne zu bringen. Dies ist eine absolute Fehleinschätzung! Zwei, drei, vier Monate, das mag nach viel Zeit klingen ist aber geradezu lächerlich wenig angesichts des enormen Aufwands, der hinter so einem Projekt steckt: Es gilt ja nicht nur den Text auswendig zu lernen und die Abläufe zu proben. Ebenso wichtig ist zum Beispiel auch das Kürzen der literarischen Vorlage, die Entscheidung über passende Requisiten und Kostüme und die Gestaltung des gesamten Bühnenbilds. Ohne Hilfe von Seiten engagierter Eltern und natürlich der Kunstlehrer ist dies nicht zu schaffen, noch mehr kommt es aber auf das Engagement und die Aufopferungsbereitschaft der Teilnehmer von Theater AG und Orchester an. Man darf nicht vergessen, dass diese „hauptberuflich“ Schüler sind und oft eigentlich schon genug mit Englischarbeiten und Biologiereferaten zu tun haben. Es ist wunderbar und auch wichtig, dass es so viele unter uns gibt, die diese Doppelbelastung auf sich nehmen, Spaß an der ganzen Sache haben und auch noch gut sind in dem, was sie tun. Denn gut waren sie wirklich alle, Musiker wie Schauspieler! Ausdrucksstark und überzeugend und wenn es doch mal zu dem ein oder anderen kleinen Textfehler kam, so wurde gelassen und professionell reagiert. Speziell erwähnen will ich in diesem Zusammenhang besonders eine Person, weil sie mich einfach umgehauen hat: Robert Knott, der den Papageno - im Übrigen seine Wunschrolle - spielte. Wer „Die Zauberflöte“ gesehen hat, der weiß, wovon ich rede. Sein Spiel war so kraft- und humorvoll, dass ihm Aufmerksamkeit und Lacher stets garantiert waren. Ich ziehe den Hut! (Das tue ich außerdem auch vor demjenigen, der sich in dem Ganzkörpertigerkostüm befand. Wer es schafft in so einer Aufmachung die Hitze der Schweinwerfer so gut zu verkraften, dass er trotz allem ununterbrochen winken kann, der hat ein Lob verdient). All das, was ich eben über Engagement außerhalb der Schulzeit gesagt habe, gilt ebenso für die Lehrer. Auch Frau Hoffmann-Berling, Frau Beer und Herr Stellmacher müssten das, was sie für solche Projekte leisten, nicht tun (denn wir haben ja am Anfang gelernt: der Mensch muss gar nichts!). Und trotzdem investieren alle drei viel Zeit und Mühe, kommen an Samstagen in die Schule und fahren auf Probewochenenden. Kurz gesagt: sie schenken der Schule ein Stück ihrer wertvollen Freizeit. Dies ist auch der Grund, warum ich mich noch einmal kurz echauffieren möchte: Wie es (leider) so meine Art ist (Zeitplanung ist nicht mein Ding), betrat ich die Aula so ziemlich als letzter Zuschauer. Ich hatte dadurch einen recht guten Überblick über die Anzahl an Besuchern. Es war nicht leer, nein, die Aula war sogar recht gut gefüllt, aber eigentlich müsste sie überfüllt sein. Eigentlich müssten beinahe alle Schüler und Lehrer kommen, um das zu würdigen, was ihre Mitschüler bzw. ihre Kollegen alles auf die Beine gestellt haben. Das wäre nur fair und eine persönliche Bereicherung, denn ich kann all jenen, die dem Stück fernblieben, nur sagen: Ihr habt so einiges verpasst! Malin Hüttmann |